Der Neembaum aus Asien ist seit Tausenden von Jahren eine Quelle an natürlichen Arzneiextrakten. Indischen Geschichtsaufzeichnungen zufolge haben Bauern Neembäume bereits seit der Vedischen Periode (1500-600 v. Chr.) angebaut und abgeerntet.

In der jüngeren Geschichte wurde Neem innerlich und äußerlich in der traditionellen ayurvedischen Kräuterheilbehandlung in Indien angewendet. Im letzten halben Jahrhundert konnte eine weite Verbreitung dieses Kräuterproduktes in anderen Teilen der Welt beobachtet werden. Europäische und amerikanische Wissenschaftler haben mit Studien über die medizinischen Vorzüge von Neem begonnen.

Mit einer Geschichte, die vom Anfang des Hinduismus bis in die Moderne reicht, hat sich der Neembaum als wertvolles pflanzliches Hilfsmittel für das tägliche Leben und zur Bekämpfung von Beschwerden und Irritationen erwiesen. Da immer mehr Studien mit positiven Resultaten veröffentlicht werden und immer mehr Menschen über Neem erfahren, wird es wohl immer wichtiger in der täglichen Gesundheitspflege werden.

 

Lebensraum

Der Neembaum ist ein Mitglied der Mahagoni-Familie (Meliaceae) und hat große Ähnlichkeit mit Chinesischem Holunder. Der lateinische Name für Neem ist Azadirachta indica, wird aber auch als Niem, Neem oder Margosa bezeichnet.

Heimisch ist der Neembaum in asiatischen Ländern, vor allem Indien, Burma, Bangladesch und Pakistan. In Indien wird der Neembaum liebevoll „Natur-Drogerie“ genannt, da alle Teile des Baumes in verschiedenen Formen für die Kräuterheilkunde verwendet werden. Der Neem ist ein winterharter immergrüner Baum, der in Dürrebedingungen durch den Abwurf seiner Blätter überleben kann. Sobald Feuchtigkeit in die Erde zurückkehrt, wächst das Grün rasch wieder nach.

 

Gesundheitliche Vorzüge

In Asien werden Neemblatt-Pulver, Neemblatt-Öl, Öl aus Samen und Fruchtfleisch, Neembaum-Rinde und kleine Zweige des Baums für verschiedenste medizinische und kosmetische Zwecke verwendet.

Das Blattpulver und –öl, gemischt mit Aloe oder pflanzlicher Basis, wird meist in Lotionen, Cremes und Salben verwendet. So werden Hauterkrankungen behandelt, der Teint verbessert und Hände und Körper gepflegt. Shampoo aus dem Blattöl beschert glänzendes Haar und wird für Seifen und Duschgels verwendet. Diese helfen bei Hautirritationen durch raues Wetter.

Neemblatt-Pulver in pflanzlichen Kapseln wird als Präparat zur Unterstützung des Immunsystems und für einen gesunden Blutzuckerspiegel eingenommen. Neem-Tee wird für antibiotische und antivirale Behandlungen eingesetzt.

Öl aus dem Fruchtfleisch und den Samen ist hochkonzentriert und ist für innerliche Anwendungen nicht geeignet. Flüssiges Neemsamen-Öl wird für Shampoos verwendet, die bei Läusen und Psoriasis helfen. Lotionen und Cremen, die Neemsamen-Öl enthalten, können für den ganzen Körper bei trockener oder juckender Haut oder Dermatitis eingesetzt werden. Sie sind besonders in Indien und Pakistan als kosmetische Pflegeprodukte beliebt. Neemsamen-Öl wird auch in Nagellacken verarbeitet. Es macht die Nägel glatter und glänzender.

Dünne Zweige des Neembaums werden in Asien als Zahnbürste verwendet. Es wird angenommen, dass die Heilkräfte des Baums die Zahnhygiene unterstützen und bei der Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis helfen. Neemblatt-Extrakt wird auch zur Herstellung von Zahnpasta eingesetzt.

 

Klinische Studien

Klinische Studien über die möglichen medizinischen Vorteile von Neem haben vor kurzem in den USA begonnen. Am National Institute of Health in Bethesda (Maryland) wurden mehrere Versuche zu Behandlungen von Magensekretion und Magengeschwüren mit Extrakten aus der Rinde des Neembaums durchgeführt. Besonders eine Studie konnte sehr positive Ergebnisse aufzeigen: Reflux-Beschwerden und Magengeschwüre konnten durch den Einsatz des Rindenextrakts verringert oder gar vollständig geheilt werden. In dieser Studie wurden die Patienten zweimal täglich für 10 Tage lang mit 30 mg wässrigem Neem-Rindenextrakt behandelt. Nach 10 Tagen wurde ein drastischer Rückgang von Magensäure festgestellt. Alle Bluttests für diverse Giftstoffe blieben nahe der positiven Kontrollwerte.

Zwölffingerdarmgeschwüre wurden bei einer erhöhten Dosis von 30-60 mg (eingenommen zweimal täglich, über 10 Wochen) signifikant verbessert.

Zusätzlich konnte ein Geschwür in der Speiseröhre eines Probanden sowie ein Magengeschwür eines anderen Teilnehmers nach einer 6wöchigen Behandlung mit 30 mg Rindenextrakt (eingenommen zweimal täglich, über 6 Wochen) vollständig geheilt werden.

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